Erfolgreich mit Farben

 

Der erste Eindruck von einer Person entsteht in nur drei bis sieben Sekunden. Das ist ausreichend Zeit für den Gesprächsleiter oder Kollegen, um bei einem Bewerbungsgespräch oder einer Besprechung, unterbewusst die Botschaft zu deuten, die sie mit den Farben, in denen sie sich kleidet, sendet. Das Tragen der falschen Farben führt zu einem negativen ersten Eindruck, der nur sehr schwer wieder wettzumachen ist.

Laut einer jüngst erfolgten Studie der Farbpsychologin Andrea Mountford1 ist das Tragen der richtigen Farben am Arbeitsplatz äußerst wichtig. Mit Farben kann man nicht nur einen positiven Eindruck auf Kollegen und Vorgesetzte machen, sondern auch die eigene Karriere voranbringen. Jedoch geht es dabei, gemäß Mountford, nicht nur darum, die allgemein als positiv empfundenen Farben zu tragen, sondern vor allem um die Persönlichkeit der Person, die die Kleidung trägt.

Den eigenen Typ herausfinden

Wie kann man nun herausfinden, welche Farben zur eigenen Persönlichkeit passen? Laut Mountford unterscheidet die Psychologie vier Persönlichkeitstypen, die sich von Geburt bis zum Tod nicht ändern. Dabei wird nicht davon ausgegangen, dass die Menschen innerhalb der einzelnen Kategorien sich vollkommen gleichen, sondern eher davon, dass sie Verhaltensmuster und Charakteristika gemeinsam haben.

Die vier Haupttypen

1. Treibende Kraft: Zielorientiert · Wissen, was sie wollen und wie sie dort hinkommen · Kommunizieren schnell, kommen zum Punkt · Manchmal taktlos und schroff · Können nach dem Motto „der Zweck heiligt die Mittel“ handelnHart arbeitend, energiegeladen · Scheuen nicht vor Konflikten zurück

2. Ausdrucksstark: Geborene Verkäufer und Geschichtenerzähler · Warm und begeisterungsfähig · Gute Motivatoren und Kommunikatoren · Können konkurrenzbetont sein · Können dazu neigen zu übertreiben, Fakten und Details zu übersehen · Ziehen es manchmal vor, über Dinge zu reden, anstatt sie zu tun

3. Liebenswert: Warmherzige Menschen, die konfliktscheu sind · Können sich in jede Situation gut einfügen · Können unentschlossen erscheinen · Haben Schwierigkeiten mit klaren Entscheidungen · Lieben häufig Kunst, Musik und Poesie · Hochsensibel · Können sehr ruhig sein und sprechen oft leise

4. Analytisch: Sehr aufs Detail achtende Menschen · Können möglicherweise Schwierigkeiten mit Entscheidungen haben, wenn ihnen nicht ALLE Fakten zur Verfügung stehen · Gute Buchhalter und Ingenieure · Neigen dazu sehr kritisch zu sein · Können zu Pessimismus neigen · Sehr scharfsinnig

Nachdem der eigene Persönlichkeitstyp bestimmt wurde, werden im nächsten Schritt die passenden Farben ausgewählt. Es macht wenig Sinn, eine Farbe zu tragen, die einen Persönlichkeitstyp vortäuscht. Vielmehr ist es notwendig die zum jeweiligen Persönlichkeitstyp passenden Farben zu wählen. Der Persönlichkeitstyp 1 sollte z.B. kein Schwarz tragen, sondern besser Grün- und Blautöne. Interessanterweise rät Mountford in allen Fällen zum sparsamen Einsatz von Schwarz. Obwohl besonders Frauen häufig Schwarz zur Arbeit tragen, kann es sie, ausgenommen den Persönlichkeitstyp 4, als kalt und unzugänglich erscheinen lassen.

Die vier Farbgruppen

 

Farbpalette 1
Klare, zarte, warme Farben, die kein Schwarz enthalten. Farben wie Scharlachrot, Korallenrot, Pfirsich, Narzissengelb, Smaragdgrün, Himmelblau, Kobalt und Lila sind passend. Persönliche Attribute, die mit dieser Farbgruppe verbunden werden, sind: hell, warm, freundlich, neu, jung, lebendig, frisch, klar und optimistisch. Im negativen Sinne können sie als labil, frivol und unreif wahrgenommen werden.

Farbpalette 2
Diese Töne sind kalt und enthalten mehr Grau, und obwohl sie ebenfalls zart sind, sind sie nicht unbedingt hell. Sie sind weich und subtil wie zum Beispiel die Farbtöne Kastanie, Rosa, Grapefruit, Salbei, Veronesergrün, Taubengrau, Air-Force-Blau, Rittersporn, Lavendel. Assoziierte Eigenschaften sind unaufdringliche Eleganz, Coolness, eine entspannte Haltung, Anmut, Exklusivität und Zeitlosigkeit. Die Farben wirken teuer, beruhigend und anspruchsvoll. In negativer Hinsicht können sie ermüdend, unfreundlich, distanziert, elitär und unentschlossen wirken.

Farbpalette 3
Diese Töne sind ebenfalls warm, aber intensiver und feuriger. Sie enthalten Schwarz (Olivgrün ist z. B. Gelb, gemischt mit etwas Schwarz). Aber Schwarz selbst gehört nicht zu dieser Gruppe. Beispiele sind die Farben Tomatenrot, Terrakotta, Orange, Rost, Buttergelb, Blattgrün, Olive, Dunkeltürkis, Pfauengrün und Aubergine. Die damit verbundenen Eigenschaften sind warm und freundlich, traditionell, solide, beständig, verlässlich, erdverbunden und umweltbewusst. Die Farben können auch eine gewisse Überladung und Extravaganz ausdrücken. Im negativen Sinne können sie schwer, altmodisch und langweilig wirken und Voraussehbarkeit und Rechthaberei vermitteln.

Farbpalette 4
Diese Farben sind klar und kräftig ohne Untertöne. Die Gruppe enthält die Farben Schwarz, Weiß, Karmesin, Magenta, Limone, Jadegrün, Eisblau, Indigo und Violett. Sie kommunizieren Eigenschaften wie absolute Höchstleistung, materielles Streben, Effizienz, Drama, Raffinesse, Moderne und Hightech. Im negativen Sinne können sie als kalt, gleichgültig, unfreundlich, materialistisch und teuer empfunden werden.

Wer seinen psychologischen Typ und die entsprechende Farbpalette kennt, kann so nicht nur bewusst Farbe einsetzen, um die positiven Aspekte der eigenen Persönlichkeit zu unterstreichen, sondern auch zur Unterstützung am Arbeitsplatz. Ein Manager würde z.B. während eines wichtigen Aufsichtsrattreffens einen dunkelblauen Anzug tragen, um die Ernsthaftigkeit der Angelegenheit zu verdeutlichen und um Effizienz und logisches Denken zu vermitteln. Derselbe Manager könnte dagegen in einer anderen Situation, wie einem Gespräch mit einem wertvollen Mitarbeiter über seine Leistung, sanftere Farben wie Grün tragen, um den Gesprächspartner zu entspannen. Natürlich sollte in jedem Fall der Farbton mit dem Persönlichkeitstyp übereinstimmen, und die Art der Kleidung sollte der zu erledigenden Aufgabe entsprechen – anstatt in einem Geschäftsanzug in einem marineblauen Trainingsanzug zu einem wichtigen Meeting zu erscheinen ist weniger angemessen.

Sich businessgemäß zu kleiden kann eine deutliche psychologische Aufwertung zur Folge haben. In der westlichen Welt sind der dritte und der erste Persönlichkeitstyp am häufigsten verbreitet, was darauf hinweist, dass externe Motivation und die Meinungen anderer eine große Rolle spielen. Folglich wird Konformität geschätzt und man kleidet sich entsprechend. So wurde der Anzug zu einem Standard, der allgemein für beruflichen Erfolg steht. Dabei ist die Farbe immer noch sehr wichtig. Ein Bankangestellter in einem bunten Anzug hat es sicher schwerer, das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Daher werden am Arbeitsplatz traditionellerweise die Farben Schwarz, Blau, Grau, und Weiß getragen, um die Ernsthaftigkeit der Arbeit und den psychologischen Modus erfolgreicher Geschäftsführung zu kommunizieren.

Welche Farben tragen bekannte Persönlichkeiten ?

Wenn man herausragende Persönlichkeiten der westlichen Gesellschaft näher betrachtet, fällt auf, dass auch sie Farbe zu ihrem Vorteil einsetzen. Das zeigen Mountfords Ergebnisse zum britischen Premierminister Tony Blair und zu dem italienischen Designer Giorgio Armani. Tony Blair gilt als Persönlichkeitstyp 1 – er ist sehr charmant, wirkt ewig jung, ist praktisch veranlagt und strahlt unerschöpfliche Energie aus. Trotz der Turbulenzen um seine unlängst getroffene Entscheidung, den Parteivorsitz abzugeben, bevorzugt er ein breites Farbspektrum, um sich seiner Umgebung anzupassen. Für Situationen, die Verständnis und Unterstützung erfordern, wie zum Beispiel ein Treffen mit einer Frauengruppe, trägt er entsprechende Farben, vom rosafarbenen Hemd mit Krawatte bis zu blauen und hellbraunen Anzügen. Damit kommuniziert er Mitgefühl, Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit.

Der französische Präsident Jacques Chirac hat ein starkes Gespür für Gerechtigkeit und ist umweltbewusst. In seiner Kleidung finden sich warme, erdige Töne. Er trägt Krawatten und Anzüge in hellen und dunklen Cremetönen, Braun und Blau im Gegensatz zu eher geradlinigen, konventionellen Farbzusammenstellungen in Schwarz und Grau.

Als eine der mächtigsten Frauen der Welt hat Angela Merkel ihr Erscheinungsbild deutlich verändert. Sie ist ein Musterbeispiel für den wirkungsvollen Einsatz von Farben. Die Kanzlerin, die einst Braun- und Grautöne bevorzugte, trägt heute kräftige, leuchtende Farben wie Rot- und Pfirsichtöne, um Erfolg und Kontrolle zu kommunizieren. Während der Großteil erfolgreicher Frauen weiterhin beim in der Geschäftswelt weit verbreiteten Schwarz bleibt, bevorzugt Angela Merkel Farben, die Durchsetzungsfähigkeit und Zugänglichkeit vermitteln.

Politiker und herausragende Persönlichkeiten tragen Schwarz eher selten. Obwohl Schwarz einige negative Botschaften vermittelt, ist es dennoch eine der Farben, die am häufigsten zur Arbeit getragen werden.

Worum geht es beim Tragen der Farbe Schwarz?

Giorgio Armani trägt fast ausschließlich Mitternachtsblau und Schwarz. Er glaubt, dass er so besser erkannt wird. Tony Blair trug vor kurzem bei seiner Abschiedsrede auf dem Labour-Parteitag einen schwarzen Anzug, um die emotionale Natur der Situation zu verdeutlichen. Armani hat Schwarz ein positives Image verpasst. Er hat es zu seinem Markenzeichen gemacht und wurde damit weltweit bekannt.

Bei dem entsprechenden Persönlichkeitstyp kann das Tragen von Schwarz Seriosität und Kompetenz vermitteln. Es kann jedoch auch auf Unsicherheit und Verletzlichkeit hinweisen. Und häufig wird Schwarz getragen – speziell auch im Sitzungssaal –, um Verletzlichkeit und Schüchternheit zu verstecken. Armani hat des Öfteren zugegeben, sich bei jeder neuen Modelinie vor Ablehnung zu fürchten. Er hat es jedoch geschafft, das Tragen von Blau und Schwarz zu seinem Vorteil zu nutzen, indem er es zu seinem Markenzeichen gemacht hat. Armani hat es mit einem sehr eingeschränkten Einsatz von Farbe zum Erfolg gebracht – etwas, was nur den wenigsten gelingt.

Das richtige Kleid für Ihre Dokumente

So wie man Farben für den eigenen Erfolg nutzen kann, können auch Unternehmen Farbe intelligent einsetzen, um sich in einer zunehmend konkurrenzbestimmten Umgebung von der Masse abzusetzen. Der Einsatz von Farben sollte über ein Firmenlogo hinausgehen. Farbe im Büro kann den Arbeitsraum inspirierender und ansprechender für Arbeitnehmer machen. Laut Dr. David Lewis kann ein farbenfroher Arbeitsraum sogar die Fähigkeit zur Problemlösung um 10% erhöhen. Sonnengelb zum Beispiel fördert das Produktivitätsniveau und hebt die Stimmung. Blau fördert Denken und Kreativität.

In anderen Bereichen kann der Einsatz von Farbe bei Geschäftsdokumenten, wie zum Beispiel farbige Präsentationen, Tabellen, Rechnungen und Newsletter, eine effektive Strategie für den Erfolg sein.

Das Drucken in Farbe kann die Markenbindung um bis zu 70% erhöhen und wird daher immer mehr in unterschiedlichsten Bereichen verwendet. Im Marketing- und PRBereich zum Beispiel zeigen die Ergebnisse, dass etwa 95% dieser Unternehmen und Abteilungen sowohl extern als auch intern mit Farbe kommunizieren. Der Einsatz von Farbe bei Dokumenten kann auch bei der Arbeit zum Erfolg führen. Dabei sollten die Mitarbeiter nicht nur darauf achten, Dokumente in Farbe zu drucken, sondern auch darauf, wie sie präsentiert werden. Ein professionell gestalteter Bericht oder eine Broschüre kann bei einer Präsentation oder während eines Meetings den wesentlichen Unterschied ausmachen. Dies kann mit dem Finishing erreicht werden, der Funktion für die Gestaltung von Broschüren und zusammengehefteten Seiten sowie für das einseitige oder doppelseitige Drucken. Ein Finishing kann auch die Handlichkeit eines Dokuments erhöhen – eine A5-Broschüre kann man eher mit auf Reisen nehmen, im Büro kann eine A4-Broschüre einen besonders guten Eindruck machen.

Auch wenn immer mehr Unternehmen Farben bei ihren Geschäftsdokumenten einsetzen, zögern viele noch. Ein Hauptgrund dafür ist, dass es als teurer gilt als in Schwarzweiß zu drucken. Es hat sich jedoch gezeigt, dass der strategische Einsatz von Farbe Kosten reduziert. Dies haben 61% der Unternehmen herausgefunden, indem sie Druckaufträge im eigenen Haus erledigt haben, anstatt sie auszulagern. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Ein multifunktionaler Farbdrucker und die dazugehörige Software können dem Unternehmen Geld sparen und den Gesamtanteil der Druckkosten senken. Die Druckkosten können erfolgreich kontrolliert werden, indem sie auf die entsprechenden Nutzer oder Abteilungen zurückverfolgt und gebucht werden – das führt zum achtsamen Einsatz von Farbdrucken und reduziert die Verschwendung von Druckmaterialien. Bei Farbdruckern kann diese Methode eingeführt werden, um jedem Mitarbeiter und/oder jeder Abteilung eine spezielle Kennung zuzuweisen. Das ermöglicht eine umfassende Überwachung und Kontrolle bei der Verwendung von IT-Infrastruktur.

Farbe ist also im Allgemeinen ein äußerst nützlicher und wirkungsvoller Weg, am Arbeitsplatz bemerkt zu werden und die richtige Botschaft gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kollegen zu kommunizieren. Kleidung und Dokumente in den richtigen Farben machen einen guten Eindruck und ebnen den Weg zum Erfolg.

Farbtabelle

Farbe   Positive und negative Farbkommunikation  Unterstützend bei/Fördert folgende Aktivitäten 
Rot  + Warm, freundlich, praktisch,
kompetent, energetisch, mutig, kräftig
- Polemisierend, aggressiv, streitsüchtig  
Erhöht den Energielevel
Fördert die Durchsetzungsfähigkeit 
Blau  + Intelligenz, Vertrauen, Effizienz, Pflicht,
Logik, Ruhe, Klarheit, Kommunikation
- Kalt, distanziert, unfreundlich,
emotionslos 
Stimuliert/Regt klare Gedanken an
Beruhigt den Geist
Fördert die Konzentration 
Gelb  + Optimismus, Zuversicht, freundlich,
kreativ, Selbstwert, emotionale Stärke
- Irrational, emotional instabil, ängstlich 
Hebt die Stimmung
Fördert das Selbstwertgefühl 
Grün  + Harmonie, Gleichgewicht,
Umweltbewusstsein, beruhigend
- Fade, langweilig, Schwäche 
Wirkt beruhigend
Fördert das Gleichgewicht
Wirkt regenerierend 
Violett/Lila  + Voraussicht, Luxus, Qualität,
Authentizität, spirituelles Bewusstsein
- Introvertiert, dekadent, minderwertig 
Tiefe Kontemplation
Meditation
Schutz vor taktlosen und gedankenlosen
Ansprüchen 
Orange  + Leidenschaftlich, lustig/spaßig,
Wärme, Sinnlichkeit
- Unreife, Frustration, Leichtsinnigkeit,
Mangel an seriösen, intellektuellen
Werten 
Unterstützt Fokus auf körperliches
Wohlempfinden 
Rosa  + Weiblichkeit, nährend, Wärme, Liebe,
fürsorglich
- Körperlich ausgelaugt, entmannt 
Nährt das Selbst
Zeigt Fürsorge für andere  
Grau  Psychologisch neutral
- Mangelnde Zuversicht, Angst davor,
sich zu zeigen 
Wirkt kultiviert und erfahren, wenn richtig
eingesetzt
 
Schwarz  + Effizienz, kompromisslose
Spitzenleistung, Klarheit, Seriosität,
mondän, gesetzt
- Bedrohlich, kalt, drückend 
Führt zu einer emotionalen Barriere
Strahlt Seriosität aus 
Weiß  + Klarheit, Reinheit, Einfachheit, Effizienz,
kultiviert
- „Berühr mich nicht!“, kompromisslos,
unfreundlich, kalt, elitär 
Fördert Sauberkeit/Hygiene/Sterilität
Strahlt Klarheit/Reinheit aus 
Braun  + Unterstützend, Zuverlässigkeit,
Ernsthaftigkeit, Erdverbundenheit
- Langweilig, humorlos, Mangel an
Erfahrung 
Unterstützend
Strahlt Stabilität aus